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Das Dismate-Verfahren zur Mottenbekämpfung – die pestizidfreie Alternative zur Vernebelung

09.11.2020

Das Dismate-Verfahren zur Mottenbekämpfung – die pestizidfreie Alternative zur Vernebelung

So harmlos die kleinen Falter auch aussehen mögen – Motten können in der Lebensmittelindustrie schnell für Aufruhr sorgen. Grund dafür sind die Eier, Larven und Puppen, die Lebensmittel verunreinigen und unentdeckt mit an die Kunden ausgeliefert werden können.

Die Bekämpfung der Motte war lange Jahre nur durch zeitintensive, teure und teilweise riskante Prozesse möglich, für die die gesamte Produktion teils mehrere Tage gestoppt werden musste. Was die Motte in für die Lebensmittellagerung- und Verarbeitung so gefährlich macht und wie mit dem Dismate-Verfahren ganz ohne Pestizide und im laufenden Betrieb gegen Motten vorgegangen wird, erklären wir Ihnen in diesem Artikel.

Welches Problem stellt Mottenbefall in der Lebensmittelindustrie dar?

In der Lagerhaltung und verarbeitenden Industrie haben wir es in der Regel mit einer der folgenden Mottenarten zu tun: 

  • Dörrobstmotte
  • Mehlmotte 
  • Tropische Speichermotte
  • Speichermotte 
  • Kakaomotte

Alle Mottenarten bringen die gleichen Probleme mit sich. Sie fressen sich im Larvenstadium durch Rohstoffe und Lebensmittel und verunreinigen sie. Um zu verstehen, warum ein Mottenbefall früher so teuer und aufwendig bekämpft werden musste, hilft ein kurzer Exkurs zum Lebenszyklus der Motte:

Kurzer Exkurs zum Lebenszyklus der Motte:

Wenn Motten schlüpfen, haben sie nur eine begrenzte Lebensenergie. Die adulte Motte, der Falter, nimmt keine Nahrung mehr auf und verfolgt nur ein Ziel: die Paarung und Fortpflanzung. Das Männchen sucht sich dazu meist ein Versteck, in dem es darauf wartet, die Duftstoffe eines Weibchens – die Pheromone – wahrnehmen zu können. Wittert es seine Chance, kommt es aus dem Versteck und beginnt einen Paarungstanz, ortet das Weibchen, paart sich und versteckt sich erneut. Kurz darauf stirbt das Männchen, denn Paarungstanz- und Akt haben seine Lebensenergie verbraucht.

Das Mottenweibchen legt in der Folge zwischen 200 und 400 Eier im Lebensmittel ab, in der Regel an ein paar verschiedenen Orten. Aus den Eiern schlüpfen nach wenigen Tagen die Larven. Sie entwickeln sich über einen längeren Zeitraum (von mehreren Wochen bis zu elf Monaten) wiederum zum adulten Mottenfalter.

Je länger das Mottenweibchen allerdings mit der Paarung wartet, desto weniger Eier legt es am Ende und desto schlechtere Qualität haben diese Eier. 

Die Kraft einer adulten Motte reicht weder für das Zurücklegen großer Distanzen, noch für eine allzu lange Paarungssuche. Und genau hier setzt das Dismate-Verfahren an.

Mehlmotte

In der Lebensmittelindustrie liegen häufig optimale Bedingungen für die Mottenentwicklung vor

Die Entwicklungszeit variiert bei Motten enorm und hängt von zwei Faktoren ab: Luftfeuchtigkeit und Temperatur. Aus der Perspektive der Motte herrschen bei 28-30°C optimale Bedingungen. Mindestens 15-18°C sind erforderlich, damit die Motte sich überhaupt weiterentwickeln kann. 

Leider sind es genau diese Temperaturen, die wir in der Lebensmittelproduktion häufig vorfinden. Zudem lassen die gelagerten oder verarbeiteten Lebensmittel oder die Lagerbedingungen oft keine besonders hohe Hitze oder zu starke Kühlung zu, sodass die dauerhafte Bekämpfung von Motten schnell zum Problem wird.

Hinzu kommt, dass es nicht ausreicht, eine bestehende Mottenpopulation im Lebensmittelbetrieb einmalig zu bekämpfen. Selbst wenn bei einer Bekämpfung jedes Ei und jede Puppe erwischt werden könnte (was unwahrscheinlich genug ist), können laufend neue Mottenstadien über Lieferungen mit eingeschleppt werden.

Herkömmliche Methoden zur Mottenbekämpfung

Es gab in der Vergangenheit nur drei herkömmliche Methoden zur Mottenbekämpfung in Lebensmittelbetrieben:

Die Vernebelung

Die Vernebelung ist die einfachste und gängigste Bekämpfungsmaßnahme gegen Motten, tötet aber nur den Falter (das adulte Tier) ab. Daher muss diese Methode immer wieder durchgeführt werden. Die Lebensmittel müssen zur Vernebelung abgedeckt werden und Mitarbeiter dürfen den Raum nur mit Schutzkleidung betreten bzw. können ihrer Arbeit für einen gewissen Zeitraum gar nicht nachgehen. Zudem wird bei der Vernebelung im Endeffekt nicht viel erreicht. Die nächste Generation der Motten kann sich trotz der Vernebelung in Ruhe entwickeln.

Die Wärmeentwesung

Bei der Wärmeentwesung handelt es sich um eine thermische Maßnahme. Sie arbeitet mit hohen Temperaturen und bewirkt die Gerinnung des Eiweißes der Tiere und tötet diese so ab. Der Vorteil: nicht nur adulte Motten werden getötet, sondern auch Eier, Larven und Puppen. Und sie ist völlig giftfrei, es werden keine Insektizide eingesetzt. Allerdings erlauben manche Maschinen, Rohstoffe und Lebensmittelprodukte eine solche Behandlung nicht. Gerne können Sie uns kontaktieren, wenn Sie diese Art der Mottenbekämpfung anfragen wollen.

Die Begasung

Bei der Begasung wird mit Phosphorwasserstoff oder anderen Gasen gearbeitet. Sie töten ebenfalls alle Entwicklungsstufen der Motte ab, bergen allerdings ein höheres Risiko für Mitarbeiter und Lebensmittel bei falscher Anwendung.

Arbeitsbereich

Das Dismate-Verfahren: Ausrottung durch Paarungsstörung

Die Entstehungsgeschichte des Dismate-Verfahrens

Schon lange stellen Betriebe sich die Frage: “Wie können wir ohne Gifte nachhaltig gegen Motten vorgehen?”

Ein großer Cerealienhersteller in England suchte im Jahr 2000 intensiv nach Alternativen zur Begasung, die den Betrieb jedes Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr lahmlegte. Die Idee: Hochkonzentrierte Pheromone sollten das Paarungsverhalten der Motten stören und so für deren Tilgung sorgen. 

Nach langjährigen Studien konnte 2013 ein serienreifes Produkt auf den europäischen Markt gebracht werden: das Dismate-Verfahren.

So funktioniert Dismate

Das Wort Dismate bedeutet soviel wie Paarungsstörung (aus dem Englischen to mate = sich paaren; disrupt = stören). 

Das Dismate-Verfahren macht sich zwei Faktoren in der Paarung von Motten zu Nutzen (siehe Exkurs zum Lebenszyklus einer Motte):

  1. Wenn das Männchen lange genug daran gehindert werden kann, ein Weibchen zu finden, kann dieses keine und nur sehr wenige Eier von schlechter Qualität ablegen.
  2. Adulte Motten haben nur eine begrenzte Energie für die Paarung, bevor sie sterben. 

Beim Dismate-Verfahren werden Pheromone (also Botenstoffe des Mottenweibchens) großflächig und kontinuierlich in einem Betrieb ausgebracht. Schlüpft ein adultes Männchen aus der Puppe, beginnt es sofort aufgeregt mit der anstrengenden Paarungssuche – denn es vermutet überall um sich herum paarungswillige Weibchen. 

Sucht das Männchen dann aber nach seiner Partnerin, kann es nur völlig orientierungslos umher flattern. Im Idealfall findet das Männchen in seiner kurzen Lebensspanne gar kein Weibchen – und wenn überhaupt, dann nur stark zeitverzögert.

Die Umsetzung des Dismate-Verfahrens in der Praxis

Die Pheromone werden über Dispenser, die im Betrieb montiert werden, an die Luft abgegeben. Wo und in welchen Abständen Dispenser angebracht werden sollten, hängt von einigen Umweltfaktoren ab, darunter:

  • Luftzirkulation
  • Raumvolumen
  • Luftbewegungen 
  • thermische Verhältnisse
  • Gebäudeaufteilung 

Um die Dispenser korrekt anzubringen, bedarf es daher der Analyse und Beratung durch einen entsprechend geschulten Fachmann. Jeder Dispenser muss dann in der Folge alle drei Monate ausgetauscht werden. Der Hersteller bringt daher Dispenser in vier Farben heraus – eine Farbe pro Quartal. Der Wechsel der Dispenser wird nach der initialen Montage ganz einfach vom Dienstleister durchgeführt. 

Wichtig: Dismate ersetzt keine Reinigung, sondern unterstützt eine gut geplante, ganzheitliche Schädlingsbekämpfungs-Strategie.

Die Vorteile des Dismate-Verfahrens gegenüber herkömmlichen Methoden

Anders als die oben genannten Einmal-Verfahren kann Dismate zur dauerhaften Bekämpfung eingesetzt werden – ganz ohne die Gefahr von Gesundheitsschäden für die Mitarbeiter, ohne Umweltbelastung und ohne Risiko für die Rohstoffe und Lebensmittel. 

Zudem handelt es sich nicht um eine punktuelle Bekämpfung der Insekten, sondern um einen kontinuierlichen Einsatz für die langfristige Mottenbekämpfung. Dismate sorgt dafür, dass auch neu eingeschleppte Motten nicht zu einem neuen Mottenbefall führen.

Fazit: Für das Dismate-Verfahren braucht es einen Fachmann

Wer umweltschonend und nachhaltig gegen Motten vorgehen will, ist mit dem Dismate-Verfahren gut beraten. Weder muss der Betrieb für die Mottenbekämpfung zeitweise geschlossen werden, noch bringen belastete Rohstoff-Lieferungen das Konzept aus dem Gleichgewicht. Dabei sollte für das Dismate-Verfahren immer ein Fachmann konsultiert werden – denn die Ausbringung der Pheromone hängt von den individuellen Umgebungsfaktoren eines jeden Betriebes ab. 

Alle Techniker und Kundenberater von Biotec Klute sind speziell auf Dismate geschult und stehen in enger Verbindung zu einem direkten Ansprechpartner von Dismate. Gerne helfen wir auch Ihrem Betrieb, Motten langfristig in den Griff zu bekommen.

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