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Die biotechnische Schädlingsbekämpfung

Was ist der Unterschied zwischen biologischer und biotechnischer Schädlingsbekämpfung? Welche Einsatzmöglichkeiten gibt es? Für welche Branchen eignet sich das Verfahren und wo sind die Grenzen? Alle Fragen klären wir hier.

Inhaltsangabe

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Einleitung

Schädlinge können großen Schaden in Unternehmen anrichten und sollten daher unbedingt vermieden oder bekämpft werden, das ist klar. Um die zu produzierende Ware zu schützen und ein Eindringen in Produktionsstätten oder Betriebsgelände zu vermeiden, sind die Schädlingsprävention und Schädlingsbekämpfung ein wichtiges Thema für jede Branche. Speziell Ratten und Mäuse, Schaben, fliegende Insekten und weitere Schädlingsarten sind eine Gefahr für jede Produktionsstätte. Zur Vorbeugung und Bekämpfung von Schädlingen gibt es viele Maßnahmen mit unterschiedlichen Wirkungen.

In diesem Beitrag legen wir den Fokus auf die biotechnische Schädlingsbekämpfung, denn viele Unternehmen achten heute auf ihren biologischen Fußabdruck und suchen nach Alternativen zum Wohle der Natur, der Umwelt und von uns Menschen. 

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Worin unterscheidet sich die biologische von der biotechnischen Schädlingsbekämpfung?

Der Unterschied in Kurzform

Die biologische Schädlingsbekämpfung funktioniert durch den gezielten Einsatz von Nützlingen und Organismen, wobei bei der biotechnischen Schädlingsbekämpfung über Lockmittel und Imitation der natürlichen Umgebung der Schädling angelockt und bekämpft wird.

Beide Begriffe klingen ähnlich und verfolgen das Ziel der Schonung unserer Lebensbereiche. Und doch beschreiben die Begriffe unterschiedliche Methodiken, um dieses Ziel zu erreichen. Erkenntnisse aus den Bereichen der Biologie und der Biotechnik werden im besten Fall so kombiniert, dass ein möglichst hoher Bekämpfungserfolg erreicht werden kann. Aus den gewonnenen Erkenntnissen werden neue Prozesse und Produkte entwickelt, die zur Umweltverträglichkeit und Ökologie in der Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden können. 

Mehr Details zur besseren Unterscheidung zwischen der biologischen und der biotechnischen Schädlingsbekämpfung erläutern wir im Folgenden:

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Was ist die biologische Schädlingsbekämpfung?

Bei der biologischen Schädlingsbekämpfung werden Nützlinge und Organismen gezielt eingesetzt, um das Vorkommen von Schädlingen zu minimieren und im Idealfall komplett zu reduzieren. 

Marienkäfer auf grünen Blättern

 

Welche Möglichkeiten der biologischen Schädlingsbekämpfung gibt es?

Je nach Anwendungsfall können die Maßnahmen variieren, einige Beispiele sind:

  • Einsatz von Krankheitserregern, die den Stoffwechsel der zu bekämpfenden Schädlinge lahmlegen.
  • Ausgebrachte Parasitoiden, wie Schlupfwespen oder Raupenfliegen, dringen in die Wirtstiere, z. B. in die Larven von Motten, ein und zerstören diese.
  • Ausgebrachte Nützlinge, wie Marienkäfer, können wirksam gegen Blattläuse eingesetzt werden.
  • Bestimmte Pflanzen wie die Maispflanze, die durch ihren Duft Parasiten anlockt, können eingesetzt werden, um bei der Bekämpfung eines Schädlingsbefall zu unterstützen. 

Wann ist eine biologische Bekämpfung von Schädlingen sinnvoll?

Wichtig ist es, gleich zu Beginn des Befalls mit der biologischen Bekämpfung zu beginnen, um das Schädlingsvorkommen rasch zu minimieren. Eine biologische Bekämpfung von Schädlingen ist sinnvoll, führt aber in den wenigsten Fällen zu einer sofortigen Tilgung des Befalls.

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Was ist die biotechnische Schädlingsbekämpfung?

Durch Imitation der biologischen Umgebung und der natürlichen Gegebenheiten der Schädlinge wird dieser angelockt und dann durch den Einsatz von physikalischen Reizen oder Fallen bekämpft. Auf Basis jahrzehntelanger Erfahrung und vieler Studien lassen sich die Verhaltensmuster und Gewohnheiten der Tiere nutzen, um eine Ausbreitung effektiv, zielgerichtet und vor allem umweltschonend zu verhindern, was nicht nur für lebensmittelverarbeitende Gewerbe ein entscheidender Vorteil sein kann. Durch die Kombination verschiedener Methoden können die Erfolgsaussichten deutlich gesteigert und eine bestmögliche Schädlingsbekämpfung ermöglicht werden.

Den Begriff der Biotechnik (auch Biotechnologie) kennt man z. B. auch aus den wissenschaftlichen Bereichen der Mikrobiologie, der Chemie und den Ingenieurswissenschaften. Hier hat sich mittlerweile eine Einteilung in verschiedene Farbbereiche etabliert, die sich dann auf die einzelnen Anwendungsbereiche bezieht. So gilt z. B. die grüne Biotechnologie für den Einsatz in der Landwirtschaft und der Pflanzenbiologie, während sich die rote Biotechnologie auf den medizinischen Bereich bezieht. Aber auch für andere Branchen (weiß: Industrie; grau: Abfallwirtschaft; braun: Umwelttechnologie; blau: Meereswirtschaft) gibt es mittlerweile diese Aufteilung. Nähere Informationen hierzu finden Sie unter: Biotechnologie – Wikipedia

Welche Möglichkeiten der biotechnischen Schädlingsbekämpfung gibt es?

Je nach Anwendungsfall sind auch hier die Möglichkeiten extrem vielfältig und lassen eine individuelle Behandlung des Schädlingsbefalls oder von Risikostellen zu. Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen physikalischen bzw. mechanischen Einsatzmöglichkeiten und dem Einsatz von Repellents, Pheromonen und chemischen Mitteln. Im Folgenden gehen wir im Detail auf einige der Lösungen zur Schädlingsbekämpfung ein.

Wann ist die biotechnische Schädlingsbekämpfung sinnvoll?

Am erfolgreichsten sind biotechnische Maßnahmen, wenn der Schädlingsbefall noch nicht zu weit fortgeschritten ist. Gerade in Kombination verschiedener Technologien und mit biologischen Mitteln lassen sich schnell und effektiv Bekämpfungserfolge erzielen. In Branchen wie dem Lebensmittel verarbeitenden Gewerbe oder dem Gesundheitswesen eignet sich der Einsatz von biotechnischen Hilfsmitteln besonders, da sie extrem umweltschonend sind und dabei unterstützen, einen Schädlingsbefall effektiv zu mindern oder gänzlich zu bekämpfen.

Für Unternehmen ohne akuten Schädlingsbefall eignen sich diese Maßnahmen hervorragend zur Prävention, damit Schädlinge gar nicht erst eine Chance bekommen, das Betriebsgelände zu infiltrieren. Durch unsere Systeme zur Kontrolle und Überwachung in Kombination mit biotechnischen Einsatzmöglichkeiten schützen Sie Ihren laufenden Betrieb und sparen gleichzeitig vermeidbare Folgekosten.

Haben Sie einen akuten Schädlingsbefall?
Ohne eine Analyse und Prüfung der Gegebenheiten lässt sich eine verbindliche Aussage kaum treffen, denn die Gegebenheiten und Herausforderungen variieren sehr stark, je nach Branche und Größe eines Unternehmens. Gerne unterstützen wir Sie bei Ihren Fragen und geben Ihnen eine erste Einschätzung zu den Möglichkeiten für Ihren konkreten Anwendungsbereich.

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Für wen eignen sich Maßnahmen zur biotechnischen Schädlingsbekämpfung?

Schädlingsbekämpfung ist grundsätzlich für jedes Unternehmen relevant und kann auf jedem Betriebsgelände durch vielfältige Kombinationsmöglichkeiten für eine deutliche Verbesserung sorgen. Doch gerade für folgende Branchen eignen sich diese Maßnahmen besonders gut, weil sie den laufenden Betrieb nicht stören und volle Kontrolle gewährleisten:

  • Produzierende Lebensmittelindustrie
  • Lebensmittel Großhandel
  • Lebensmittel Einzelhandel
  • Gesundheitswesen
  • Pharmaindustrie
  • Logistik-Unternehmen
  • Verpackungsindustrie
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Beispiele für biotechnische Schädlingsbekämpfung

Physikalische und mechanische Einsatzmöglichkeiten

Ein Beispiel für eine physikalische, vollkommen giftfreie Möglichkeit sowohl für die Landwirtschaft als auch in der Schädlingsbekämpfung kennen die meisten von uns: Vogelscheuchen. Sie imitieren die menschliche Gestalt bzw. einen natürlichen Feind und halten so Vögel von Erntefeldern fern. Diese Prinzipien machen sich biotechnische Maßnahmen zu Nutze:

 

Zur Vogelabwehr

„Eagle Eye“ ist eine kleine rotierende Pyramide und wird auf dem Dach oder auf anderen Flächen, die von Vögeln frei bleiben sollen, angebracht. Sie wird mit Netzstrom oder auch über Solartechnik oder Windkraft betrieben. Die spiegelnden Flächen an der Pyramide irritieren und warnen die Vögel vor Feinden und hindern sie so daran, in der Nähe abzusitzen.

Die Greifvogel-Ansitzstange lockt bei richtiger Platzierung Greifvögel an. Sie nutzt die erhöhte Sitzposition für einen guten Überblick und hat so vorbeilaufende Schadnager perfekt im Blick. Für Unternehmen in Naturnähe ist der Aufbau einer Ansitzstange gut geeignet. Natürlich ist es bei einem Einsatz von Greifvogel-Ansitzstangen wichtig, keine Gifte gegen Schadnager auszulegen, weil es sonst zu Sekundärvergiftungen bei den Greifvögeln kommen kann.

Gegen Insekten

Lichtfallen nutzen das natürliche Bestreben von Insekten, sich dem Licht zuzuwenden und dorthin zu krabbeln oder zu fliegen. Lichtfallen locken also fliegende und andere Insekten an (z. B. durch UV-A-Licht). Die Insekten werden dann durch Spannungsgitter oder Festkleben an entsprechenden Klebeflächen getötet. Je nach Einsatzgebiet werden unterschiedliche UV-Lichtfallen angeboten, die z. B. auch für den Lebensmittelbereich geeignet sind. Fliegende (und andere) Insekten, die auf den Klebeflächen festgehalten werden, können einfach ausgezählt und identifiziert werden. So kann ein Vorkommen mühelos ausgewertet werden und sowohl Aufschluss über die Insektenart als auch über die Menge des Befalls geben. Ein Muss in lebensmittelverarbeitenden Unternehmen sind natürlich auch Fliegengitter an Fenstern und andere Maßnahmen, die ein Einfliegen in den Betrieb verhindern.

Gegen Insekten

Gelbschalen im Bereich des Pflanzenschutzes sichern Rapsfelder vor dem Rapserdfloh und anderen Käfern; durch die gelbe Farbe werden die Insekten angelockt und verenden in der mit Spülmittel und Wasser gefüllten Schale.

Gegen Wespen

Wespenfallen locken durch das eingefüllte Mittel (z. B. Apfelsaft, Essig, Bier, Wein) Bienen an. Den Wespen wird der Einflug in die Falle ermöglicht, sie verhindert aber ein Wiederausfliegen.

Gegen Mäuse, Ratten oder andere Nager

Leitwinkel und Barrieren können in Produktionen eingesetzt werden, um z. B. die Laufwege von Schadnagern zu beeinflussen. So kann man auch die natürlichen Eigenschaften der Mäuse, sich an Wänden zu orientieren und dort entlangzulaufen, nutzen, um sie in die gewünschte Richtung zu dirigieren. Durch Leitwinkel und andere gesetzte Barrieren wird also das angeborene Verhalten der Ratten und Mäuse genutzt und ihre Laufwege geschickt beeinflusst.

Stationen für Schlagfallen nutzen den natürlichen Trieb der Schadnager, sich zu verstecken und eine geschützte Stelle als Unterschlupf zu nutzen. Ihr Äußeres lockt den Nager an und durch einen giftfreien Köder im Inneren der Schlagfalle wird sie noch attraktiver für Maus und Ratte. Deshalb eignen sich Schlagfallen hervorragend für Lebensmittel- und andere Industriebetriebe, um die Nager schon im Außenbereich abzufangen und ein Eindringen in das Gebäude zu verhindern.

Gegen Läuse und Flöhe

Floh-Lichtfallen locken durch ihr Licht Flöhe an und bleiben – ähnlich der UV-Lichtfalle für fliegende Insekten – auf einer Klebefläche im Inneren der Falle haften. Eine Floh-Lichtfalle eignet sich auch perfekt zur Identifikation des beißenden Insektes, das manchmal ins Innere von Wohnungen gelangt.

Repellents, Pheromone und andere chemische Einsatzmöglichkeiten

Pheromone und Repellents

Der Einsatz von Pheromonen, beispielsweise mit dem Dismate-Verfahren (lesen Sie hierzu unseren Blog-Beitrag) und Kairomonen imitiert die natürlichen Triebe von Schädlingen und erhöht so den Fangerfolg. Der Lockstoff ahmt die natürlichen Botenstoffe der Schädlinge nach und kann so im Sinne der Schädlingsbekämpfung genutzt werden. Die Botenstoffe sind nicht wichtig und haben deshalb keine negativen Auswirkungen auf lebensmittelverarbeitende Betriebe.

Durch Pheromone können Schädlinge wirkungsvoll angezogen oder – beim Einsatz von Repellents – effektiv abgestoßen werden, ohne dass giftige und umweltschädliche Mittel eingesetzt werden müssen. Eine Pheromonfalle (oder auch Trichterfalle) wirkt also durch den eingesetzten Sexuallockstoff und zieht auf diese Weise z. B. Motten an und lockt sie in die ausgebrachte Falle. Auch Schabenfallen und andere arbeiten mit Pheromonen und beeinflussen die Insekten entsprechend, dass sie in die Falle laufen.

 

Kairomone

Kairomone arbeiten ähnlich, denn sie ahmen z. B. einen Brot- oder Tabakgeruch nach. Hier werden also „artfremde“ Botenstoffe übertragen, um zum Beispiel Nahrung zu imitieren und so die Schädlinge oder auch Fressfeinde anzulocken. Viele der im Handel erhältlichen Produkte von GreenHero bedienen sich dieser genannten Möglichkeiten. So dient das GreenHero Maus-Ex Spray der Mäuseabwehr in Haus, Garten und Balkon. Durch den eingesetzten Duftstoff riechen die Nager Gefahr und meiden den Bereich.

 

Zusammenfassung

Der Einsatz von biotechnischen Hilfsmitteln ist gerade durch die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten und Individualisierungsoptionen sehr erfolgsversprechend und daher für viele Branchen und Unternehmen ratsam. Da keine umweltbelastenden Gifte eingesetzt werden müssen, ist diese Art der Bekämpfung zudem umweltfreundlich.

Darüber hinaus eignen sich diese Methoden ausgezeichnet zur Unterstützung der Kontrolle, der Überwachung und bei erforderlichen Dokumentationen. 

Sollten Sie noch weitere Fragen haben, empfehlen wir folgende weiterführende Artikel. Gerne stehen wir Ihnen auch persönlich zur Verfügung, um individuelle Anliegen zu klären oder Sie unverbindlich zu beraten.

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